„Tradition gründet immer auf Innovation“

Seit über einem Jahrhundert fühlt sich die Albert Spiess AG bereits dieser Philosophie verpflichtet. Das Sortiment umfasst neben Klassikern wie Bündnerfleisch, Rohschinken und Rohwurstspezialitäten auch wegweisende Neuentwicklungen wie die „my ENERGY“ Snacks.

Geschickt kombiniert das Schweizer Unternehmen dabei traditionelles Handwerk mit modernster Produktions- und Verpackungstechnologie. Auch hinsichtlich der Etikettierung entwickelt sich der Trockenfleisch-Produzent stetig weiter – die Trays, mit denen die innovativen Snackprodukte verpackt werden, werden seit März 2019 automatisch und damit hocheffizient mit einem Full Wrap Etikettierer von MULTIVAC gekennzeichnet.

Bei den „My ENERGY“ Produkten handelt es sich um gesunde, eiweißreiche Snacks für den direkten Verzehr. Neben würzigen, in handlichen Beuteln verpackten Beef Sticks bietet Albert Spiess auch „sättigende Kraftpakete“ für den kleinen Hunger zwischendurch, die sich aus würzigem Trockenfleisch und unterschiedlichen Nussmischungen zusammensetzen – von nussig-süss bis würzig-salzig. Verpackt werden die unterschiedlichen Produktsorten in rechteckigen Trays, die in jeweils zwei Fächer unterteilt sind – eine Mulde für Beef Chips, ein Fach für die entsprechende Nussmischung. Den einzelnen Varianten ist dabei jeweils eine eigene Etikettenfarbe zugeordnet.

Die Packung unterstreicht den hohen Anspruch

Für die aufmerksamkeitsstarke Präsentation der Packungen am Point of Sale scheute man bei Albert Spiess bislang keinen Aufwand. „Die Trays wurden manuell mit hochwertigen Kartonschubern versehen. Anschließend wurde durch einen Preisauszeichner ein Untenetikett mit Haltbarkeitsdatum und Preis aufgebracht“, erinnert sich Marketingleiter Erwin Brägger.

Zugleich sollte durch diese Art der Packungsgestaltung und Packungsetikettierung der hohe Anspruch des Unternehmens hinsichtlich Qualität und bester handwerklicher Verarbeitung unterstrichen und auch die Naturverbundenheit durch die Verwendung von papierfaserbasierten Materialien beim Verpacken dokumentiert werden. Denn dem 1906 in Schiers im Prättigau gegründeten Unternehmen, das seit 2008 zur ORIOR AG gehört, liegt Nachhaltigkeit am Herzen. „Unsere Bündner Fleischspezialitäten stehen auch heute noch für Natürlichkeit und Tradition – wir sehen uns quasi als Hüter uralter Überlieferungen. Gleichzeitig sind wir uns auch bewusst, dass wir als einer der führenden Anbieter in diesem Markt Entwicklungen vorantreiben und neue technologische Möglichkeiten sinnvoll einsetzen müssen“, umschreibt Erwin Brägger kurz die Unternehmensphilosophie.

 

Automatisierung schafft Mehrwert

Daher suchte man nach neuen Möglichkeiten der Kennzeichnung. Denn das manuelle Anbringen des Kartonschubers nahm viel Zeit in Anspruch. Die Umstellung auf einen weitgehend automatisierten Prozess sollte letztlich die Effizienz und Wirtschaftlichkeit erhöhen, ohne die Attraktivität der im Markt bestens etablierten Verpackungen zu mindern.

Gleichzeitig jedoch sollte die besondere Form der Banderole erhalten bleiben. Diese bietet auf einer breiten Fläche auf der Seite des Trays genügend Platz für die erforderlichen Nährwertangaben. Auf der Oberseite des Trays verjüngt sich die Banderole. Die Seitenränder weisen dabei ähnlich wie bei dem bis dahin eingesetzten Kartonschuber eine typische, fransige Struktur auf, die an abgerissenes Büttenpapier erinnert.

 

Eine gute Wahl – der Transportbandetikettierer L 310

Seit März 2019 ist nun ein Transportbandetikettierer L 310 von MULTIVAC Marking & Inspection im Einsatz. Das leistungsfähige Modell ist bei Albert Spiess als eigenständige Lösung ausgeführt, bei der die Packungen manuell aufgelegt und dann über ein Transportband weitertransportiert werden. Die Steuerung erfolgt über das Bedienterminal HMI 2.0.

Der L 310 bringt die 430 mm breiten Etiketten über alle vier Seiten der Packungen automatisch mit maximaler Positioniergenauigkeit an. Da die Selbstklebeetiketten durch das Trägermaterial stabilisiert werden, sind grundsätzlich nahezu alle Formgebungen denkbar. Auch die ausgerissenen Kanten des Etikettendesigns der Snackpackungen lassen sich so gut darstellen. Erwin Brägger: „Mit Linerless-Etiketten wäre dies nicht umsetzbar gewesen. Denn das Abschneiden der Labels von Endlosmaterial hätte zwangsläufig zu einer – in unserem Fall unerwünschten – klar definierten Kante geführt.“

 

 

 

Materialien sind optimal dem Bedarf angepasst

Die Etiketten selbst werden von MULTIVAC direkt bezogen. Alle relevanten Eigenschaften wie Layout, Materialbeschaffenheit, kleberfreie Zonen und Perforationen sind dabei exakt auf die spezifische Anwendung abgestimmt. Auch die jeweils unterschiedliche Farbgebung für die verschiedenen Produktsorten wurde beibehalten.

Um optisch wie haptisch eine Wirkung zu erzielen, die dem bisherigen Kartonschuber möglichst nahekommt, wurde ein Etikettenmaterial mit einer relativ hohen Grammatur von
130 g/m2 und einer matten, leicht rauen Oberflächenstruktur gewählt. Zur Verstärkung dieses Effektes verzichtete man auf ein vollflächiges Auftragen des Klebstoffs. Stattdessen sorgen definierte, kleberfreie Zonen dafür, dass der Eindruck einer lose um das Tray gelegten Banderole entsteht. Perforationen an den oberen und unteren Kanten dienen als Öffnungshilfe und erleichtern gleichzeitig das Umlegen des Etiketts um die Packung.

 

Ein Projekt, bei dem eine hohe Anwendungskompetenz gefragt ist

Als besondere Herausforderung entpuppte sich das markante Packungsdesign. Denn durch die Unterteilung des Trays in jeweils eine Mulde für die Beef Chips sowie eine Mulde für die entsprechende Nussmischung ergibt sich auf der Unterseite der Packung ein Hohlraum. „Das Etikett sollte über beide Fächer geklebt werden und so diesen Hohlraum verschließen“, erklärt der Marketingleiter. Hierfür waren erneut die Verpackungsexperten von MULTIVAC gefragt. Denn es galt, einen geeigneten Klebstoff mit ausreichend hoher Klebkraft zu finden, der das automatisierte Applizieren des Etiketts ermöglicht, ohne dass es zu einer unerwünschten Faltenbildung kommt.

Bei Albert Spiess ist man mit dem neuen Kennzeichnungssystem von Beginn an hoch zufrieden. „Mit dem L 310 können bis zu 120 Packungen pro Minute etikettiert werden. Der gesamte Verpackungsprozesses hat sich für uns massiv vereinfacht und beschleunigt“, fasst Erwin Brägger die positiven Erfahrungen zusammen. Zusätzlich sorgt die automatisierte Lösung für eine gleichbleibend exakte Aufbringung der Etiketten – ein weiterer Vorteil im Vergleich zu der bisherigen manuellen Applikation.

Erfreulich ist darüber hinaus, dass die Attraktivität der Packungen und das damit verknüpfte positive Markenimage uneingeschränkt beibehalten werden konnte. „Nicht zuletzt bleiben wir auch bei diesem Projekt unserem Grundsatz treu – wir entwickeln traditionell hergestelltes, erstklassiges Bündner Fleisch zu einer innovativen Produktlinie weiter und etikettieren die Verpackungen mit einem leistungsfähigen Full Wrap Labeller hocheffizient und damit wirtschaftlich auf die derzeit attraktivste Art und Weise, die im Markt zur Verfügung steht.“